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Wo laufen sie denn hin?


By Jannis Moutafis - Posted on 27 November 2009

Während Fachverlage noch überlegen, wie sie ihre Print-Umsätze noch eine Weile über die Runden bringen können, verlieren sie ihr wichtigstes Asset – ihre Leserschaft. Die hat sich schon längst nach Alternativen umgesehen und sie im Internet gefunden.

And the winner is ... praktisch alles, was nicht im Angebot eines Fachverlags steht: die Suchmaschinen, die Websites der Hersteller, die Anbieter- und Lieferantenverzeichnisse. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie von Virtual Identity, eines Internet-Dienstleisters mit prominenter Kundenliste, und Google.

In der Studie ging es darum, das Informationsverhalten von Business-to-Business-Entscheidern vor einer Investitionsentscheidung und den Einfluss verschiedener Online-Informationsquellen zu erforschen. Dazu wurde die Relevanz verschiedener Medienkanäle während der Informationssuche untersucht.

Das Ergebnis fällt, nicht allzu überraschend, sehr positiv für das Internet aus:
B2B-Entscheider verbringen zwei Stunden ihrer täglichen Arbeitszeit (ohne E-Mail) im Web.

  • Als Informationsquelle für das eigene Fachgebiet und zur Erstellung einer Marktübersicht ist das Internet das wichtigste Informationsmedium. Es schlägt Fachmedien und Messen deutlich.
  • 85 Prozent aller Befragten haben bereits einen späteren Lieferanten über das Internet gefunden.
  • Vor allem Suchmaschinen und Herstellerseiten sind erfolgskritische Informationsquellen für die Vorbereitung einer Investitionsentscheidung.
  • Bereits 40 Prozent der B2B-Entscheider nutzen regelmäßig Internet-Foren für berufliche Zwecke, 28 Prozent von ihnen beteiligen sich aktiv an den Dialogen.

Das alles kann man einfach auch als Zeichen der Zeit abtun – solange man kein Verlagsleiter in einem Fachverlag ist. Ist das der Fall, sollten langsam aber sicher die Alarmglocken schrillen. Denn im Vergleich zu den oben genannten Gewinnern kann man sich getrost als Verlierer fühlen. Auf einer Skala von 1 bis 5, mit 1 als "überhaupt nicht wertvoll" und 5 als "sehr wertvoll", schafften es Suchmaschinen auf eine Bewertung von 4,29 und die Webseiten der Hersteller auf 3,79, während die Websites der Fachzeitschriften in der Gunst ihrer Zielgruppen abgeschlagen mit einem Wert 2,97 rangieren. Dazwischen, und ebenfalls deutlich vor den Fachmedien, liegen noch die Lieferantenverzeichnisse mit einem Wert von 3,43.

Wer übrigens jetzt vermuten sollte, dass nur Online-affine Teilnehmer befragt wurden und deswegen die Studie mit etwas Vorsicht zu genießen ist, dem sei gesagt, dass die Befragung am Telefon stattfand. Gesprochen wurde mit insgesamt 750 Führungskräften wie Geschäftsführern, Abteilungsleitern und anderen Managern. In anderen Worten mit genau jenen Leuten, die es vor zehn Jahren noch gewohnt waren, berufsrelevante Informationen fast ausschließlich über Fachmedien oder dem Gespräch mit Herstellern zu beziehen.

Letztere scheinen denn auch einen besseren Job mit ihren Online-Aktivitäten gemacht zu haben als das Gros der Fachmedien. Die Websites der meisten Fachzeitschriften sind kaum über Status hinaus gekommen, Online-Archive für ihre Print-Schwestern zu sein. Nur gibt es dazu weiß Gott bessere Alternativen im Netz.

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