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Was ich mir für 2010 wünsche
Es war ein ebenso aufregendes wie verlustreiches Jahr für die weltweite Medienszene – die kleine Atempause bis zum Beginn eines wahrscheinlich erneut schwierigen Jahres kommt sehr gelegen. Mit Weihnachten vor der Tür vielleicht eine gute Zeit, ein Paar Wünsche loszuwerden und für das neue Jahr über einige gute Vorsätze nachzudenken.
Hier sind meine fünf ganz persönlichen Wünsche für 2010:
- Dass Verleger endlich anfangen ihre Zukunft zu gestalten statt ständig zu versuchen, sie aufzuhalten. Über Jahrzehnte hinweg haben Verlage gut verdient und sich dabei kaum Gedanken über grundlegende Veränderungen in ihren Geschäftsmodellen machen müssen. Das Internet tut aber genau das, und so mancher muss sich an diesen Gedanken erst noch gewöhnen – wenn auch reichlich spät. Es wird Zeit, dass Verleger das Problem wie Unternehmer angehen und nicht wie Schutzbedürftige.
- Dass die Debatte um den "Qualitätsjournalismus" einer konstruktiven Diskussion über die neue Rolle des Journalisten in einer radikal veränderten Medienwelt weicht. Verlage werden in den nächsten Jahren weiterhin ihre Redaktionsteams abbauen müssen weil ihre Kostenstrukturen bisher von Geschäftsmodellen getragen wurden, die seit einigen Jahren bröckeln. Das heißt nicht, dass die Nachfrage nach fundierter Information, wie sie nur gute Journalisten generieren können, gleichzeitig abnimmt. Eher das Gegenteil ist der Fall und die Zeit ist reif, neue Weichen zu stellen.
- Dass Journalisten Blogger als das akzeptieren, was sie sind: als Blogger. Weder machen sie ihnen Konkurrenz noch haben sie es auf ihre Arbeitsplätze abgesehen. Sie bedienen sich einer neuen inhaltlichen Form, vor der Journalisten keine Scheu haben sollten, sie selbst auszuprobieren und dadurch eine neue Dimension in ihrer Arbeit zu gewinnen: den Dialog mit ihren Lesern.
- Dass Marketiers sich nicht mehr einfach damit begnügen, nach bewährten Methoden ein gegebenes Budget auszugeben, sondern den "bewährten Weg" öfter mal hinterfragen und bereit sind, einen neuen zu gehen. Marketing über elektronische Medien mag noch eine Herausforderung sein für die meisten; doch jeder, der diesen Weg gegangen ist und Erfahrungen gesammelt hat, hat jetzt als Marketier mehr drauf.
- Dass Mediaberater und Anzeigenverkäufer ein besseres Gefühl dafür bekommen, wie das Internet funktioniert, wie es seitens der von ihnen angebotenen Zielgruppen genutzt wird und über welche Mittel sie im Sinne ihrer Anzeigenkunden die bestmöglichen Resultate erzielen. Werbeplätze zu verkaufen wird bald nicht mehr genug sein.